Wohnung – Update…

Die letzten Tage habe ich nun damit verbracht, die ersten Möbel für das Wohnzimmer zusammen zu schrauben. In die Dachgaube habe ich einen Bartisch und entsprechende Stühle als Essecke gestellt und die Schrankwand für den Fernseher ist auch fertig. An die, dem Fernseher gegenüberliegende Wand, stelle ich noch einen Satz Billy-Regale, um meine ganzen Bücher unter zu bringen. Dort will ich außerdem noch eine Arbeitsplatte für den PC einbauen.

Ein Bartisch als Essecke in der Dachgaube.

Ein Bartisch als Essecke in der Dachgaube.

Die Schrankwand für den Fernseher und den ganzen Hifi-Krempel

Jetzt fehlt noch das Schlafzimmer und die Küche. Die Möbel muss ich diese Woche noch bestellen.

Mich gibt es noch….

…nur habe ich aktuell zu viel zu tun, unter anderem mit einer neuen Wohnung.

Heute sind die Handwerker fertig geworden, nun noch die Möbel und das übliche andere Zeugs…

So schaut es aus, meine Dachgeschosswohnung:

Beim Entfernen der Tapete fand ich auch echt lustige Überraschungen. Ich wusste nicht, dass ich eine Aluhut-Wohnung hatte.

Alu unter Raufaser?

Alu unter Raufaser?

Zum Glück war kein Schimmel darunter.

Kleine Fototour im Schloss- und Kurpark

Da am letzten Wochenende das Wetter endlich wieder besser wurde, bin ich mal wieder durch die Parks in Bad Homburg gelaufen und habe ein paar Bilder gemacht.

Leider geht es einem Teil der Bäume im Kurpark nicht gut und der eine oder andere wird wohl gefällt werden müssen. Vor allem die alten Kastanien hat es teilweise echt übel erwischt.

Die C3S ist da

C3S Barcamp Unterschrift

Cultural Commons Collecting Society (C3S) CC BY-ND 3.0 DE

Die Cultural Commons Collecting Society (C3S) ist seit dem 28.03. eine eingetragene Genossenschaft. Somit kann sie ab dem 01.05. den Genossenschaftsbetrieb aufnehmen, die Mittel aus dem Crowdfunding, welche sich noch auf einem Treuhänderkonto befinden, abrufen sowie die Fördermittel des Landes NRW in Anspruch nehmen.

Als nächsten muss die C3S die Grundlagen (Technik, Verwaltung, etc.) für die Anmeldung und Zulassung beim Patent und Markenamt als Verwertungsgesellschaft schaffen. Nach eigener Darstellung ist die C3S somit die erste Europäische Genossenschaft (SCE), weshalb sie später als Verwertungsgesellschaft ebenfalls europaweit tätig sein möchte.

Die C3S hatte auch einen Vortrag auf dem 30C3 Ende 2013 in Hamburg, den ich einmal hier einbette:

Mehr Infos finden sich auf der Seite der C3S sowie den dortigen FAQ.

Disclaimer: Ich habe die C3S im Rahmen des Crowdfunding unterstützt.

Frühlingsboten

Morgen ist ja astronomischer Frühlingsbeginn (Tag-und-Nachtgleiche). Passend dazu ein paar Bilder aus dem Schlosspark von Bad Homburg.

Es grünt so grün… Frühling, Sonne, Krokus

Der Frühling hat sich dieses Wochenende ja so richtig ins Zeug gelegt und die Menschen in Scharen ins Freie getrieben. So war am Wochenende im Frankfurter Palmengarten richtig viel los. Man könnte glatt meinen, es ist schon April und nicht “erst” Anfang März. Hoffen wir einmal, dass der Winter nun nicht noch einmal zurück kommt; das könnte sonst hässlich werden.

Im Palmengarten blüht es jedenfalls schon einmal kräftig. Leider dürften die Krokusse bei der Wärme nicht lange durchhalten. Die Bäume und Sträucher brauchen aber zum größten Teil noch etwas Zeit, bevor sie austreiben.

Bei den Pflanzen in den Schauhäusern ist ja eh das ganze Jahr was am blühen. Während im Subantarktishaus bald “Herbst” ist, zeigen sich bei den Pflanzen im Halbwüstenhaus ebenfalls die ersten Frühlingszeichen und in den Häusern der Feuchten Tropen ist irgendwie eh immer alles am Wachsen.

Nach diesem komischen Matsche-Mist-Winter hat der Besuch jedenfalls richtig gut getan.

Pass the mic! – Neuer CC-Sampler der C3S

Die Cultural Commons Collecting Society (C3S) hat zusammen mit der Musik-Plattform jamendo einen neuen Sampler veröffentlicht. Dieser enthält 18 Titel aus diversen Genres. Alle Titem stehen unter einer CreativeCommons-Lizenz und dürfen frei heruntergeladen und weiter verteilt werden.

Viel Spaß beim Hören.

Eine Sache noch am Rande: Derzeit wird auf der EU-Ebene die Verordnung eines europäischen Binnenmarktes für Telekommunikation verhandelt. Was zu Beginn als der große Wurf zur Sicherung der Netzneutralität auf EU-Ebene angekündigt worden ist, wurde inzwischen zu etwas verwässert, was die Pläne der Drosselkom endgültig legalisieren würden.
Wir würden eine 2-Klassen-Internet bekommen. In diesem würden nicht mehr die Nutzer entscheiden, welche Inhalte sie nutzen möchten sondern die Provider. Anbieter müssten bezahlen, um für die Kunden sichtbar zu sein. Wer das nicht kann oder möchte, müsste seine Inhalte über Feldwege und Nebenstraßen zu den Kunden bringen und wohl letztlich aus dem Internet verschwinden.

Am 18.03. tagt auf EU-Ebene der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) des EU-Parlaments. Dies ist der letzte Ausschuss, der sein Votum vor den finalen Abstimmungen im EU-Parlament abgibt und sein Votum wird richtungweisend für die Abstimmung im Parlament sein.

Wer also noch etwas für das freie und offene Netz tun möchte, vor allem für folgende Generationen, kann alle weiteren Informationen auf der Seite savetheinternet.eu nachlesen. Dort gibt es auch ein Tool, mit dem man die Abgeordneten (per Email, Fax oder Telefon) kontaktieren kann.
Da dieses Jahr Wahlen sind, könnten die Argumente für ein echtes Netz (ohne Mogelpackung) durchaus Gehör finden.

Was dies nun mit diesem Sampler zu tun hat? Nun: Anbieter wir jamendo und freie Musik sind in einem neutralen, offenen und freien Internet entstanden. In einem 2-Klassen-Netz könnten diese wieder verschwinden.

Persönlicher Rückblick auf den 30C3

Das CongressCentrum am Tag 0

Das CongressCentrum am Tag 0

Seit dem 30C3 sind nun ein paar Wochen ins Land gegangen. Ich hatte Zeit, mir ein paar Podcasts anzuhören und ein paar der Aufzeichnungen anzuschauen. Außerdem braucht es immer etwas, um die Eindrücke zu verarbeiten und alles einzusortieren.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nicht alles geschafft, was ich mir für den Congress vorgenommen hatte (was aber auch eine echte Überraschung gewesen wäre).

Angereist bin ich am 26.12. – dem sogenannten Tag 0. Im CongressCentrum selbst waren die Aufbauarbeiten noch im Gange; so wurde noch letzte Hand an die Congress-Deko gelegt, die letzten Meter Seidenstraße wurden verlegt und die einzelnen Gruppen bauten ihre Assemblies auf.

An unserer Assembly schnappten wir uns Bernd, die Seidenstraßenbox, und machten damit erste Testläufe. So starteten wir unter anderem eine Testkapsel durch die Außenroute am CCH. Das Video davon kann hier bewundert werden. Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch durch das CCH gelaufen und haben uns mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht. Pro-Tip: Am Tag 0 kann man sich schon das Bändchen abholen und sich somit das Schlange stehen am Eröffnungstag sparen.

Tag 1 startete entspannt mit Frühstücken. Dadurch verpassten wir zwar die Eröffnungsveranstaltung aber diese konnte man eh nachschauen (auch das Intro-Video gab es mehrfach zu bewundern). Fast alle Vorträge wurden live gestreamt und als Aufzeichnungen später zum Download bereit gestellt. Die eigentliche Keynote war eh erst am Abend und ich wollte sowieso nicht so viel in den Vorträgen herum sitzen. Die Assemblies waren jetzt auch komplett aufgebaut und es gab mehr als genug zu bestaunen. Daher verbrachte ich den Tag hauptsächlich damit, über den Congress zu laufen, mir die Assemblies anzuschauen und auf der gemeinsamen Assembly vom CCCFFM und C3MA abzuhängen. Darüber hinaus mussten wir noch die Seidenstraße-Teststrecke aufbauen, damit die Leute ihre Kapseln testen konnten. Hatte die Kapsel den Testlauf bestanden und war ausreichend beleuchtet, gab es das C5-Zertifikat (Chaos Communication Congress Capsule Certificate).

Abends bin ich dann zur Keynote gegangen, auf der Glenn Greenwald über Skype(?) zugeschaltet war. Wäre er persönlich gekommen, der Saal wäre wohl ausgeflippt. So gab es “nur” stehende Ovationen.

Den Abschluss des Tages bildete dann die Hacker Jeopardy, welche eines der Klassiker des Congresses war. Ob es beim nächsten Congress wieder einen Jeopardy geben wird, hängt davon ab, ob sich Leute finden werden, die diese Tradition weiter führen wollen.

Tag 2 war geprägt von Vorträgen. In “Bullshit made in Germany” gab Linus Neumann einen Überblick über den Wahnsinn der aktuellen IT-Projekte der Bundesregierung, wie die de-mail oder der deutschen Industrie, wie der “Email made in Germany”. Im Vortrag “Die Bundesrepublik – das am meisten überwachte Land in Europa” referierte Joseph Foschepoth über die Geschichte der Überwachung in der BRD seit dem 2. Weltkrieg. Leider gibt es von diesem Vortrag keine offizielle Aufzeichnung. Am Ende des Tages stand noch der CCC-Jahresrückblick. Darüber hinaus war ich noch in dem Talk “We only have one earth“, in dem es um die Frage ging, ob die Menschen den Weltraum besiedeln müssen, um zu überleben.

Das Hamburger CongressCentrum

Das Hamburger CongressCentrum beim 30C3

Tag 3 war der Community-Tag. Zum einen gab es ein kleines Diaspora-Meeting. Wir trafen und am Stand der C3S und waren mehr, als gedacht. Auf Diaspora hatte sich vielleicht eine handvoll User gemeldet, insgesamt waren wir dann ca. 20-25 Leute, darunter Podmins, einfache Nutzer und Interessierte aber auch Leute von anderen Netzwerken, wie friendi.ca. Am Abend hat Faldrian mich für seinen Tagesrückblick rekrutiert und so hatte ich am 30C3 auch noch meinen ersten Podcast an der Backe ;)

Ein paar Vorträge habe ich auch noch besucht, als da wären:

  • ID Cards in China: Your Worst Nightmare: Kate Krauss, die als AIDS-Aktivistin arbeitet, schilderte in dem Talk, was ein einem totalitären System mit RFID-Karten möglich ist. Der Talk war sehr dystopisch. Positiv war, dass während der C&A-Session einer der Zuschauer die Frage stellte, ob man an ein paar dieser Ausweise kommen könne, um sich die Technik anzuschauen und was die eingebauten Chips eigentlich können. Kurz danach meldete sich eine Studentin aus den USA. Diese hatte noch ihren chinesischen Ausweis und bot an, diesen zur Verfügung zu stellen, da sie ihn nicht mehr benötigen würde.
  • Even More Tamagotchis Were Harmed in the Making of this Presentation: Der Vortrag ist eine Fortsetzung des Talks vom 29C3. Anschauen, es lohnt sich.
  • 2 Takte später: M·eik Michalke und Danny Bruder von der C3S (Cultural Commons Collecting Society) sprachen über den aktuellen Stand der Gründung der Genossenschaft und gaben einen Ausblick auf die ToDos in 2014 + 2015.
  • Sysadmins of the world, unite!: Der wohl umstrittenste Talk des Congresses, weil Julian Assange aus London zugeschaltet worden ist.
  • CounterStrike: Der Vortrag war eigentlich nur ein Lückenfüller, um für die Fnord News Show einen Platz im Saal 1 zu bekommen.
  • Fnord News Show: Einer der Klassiker des Congresses, in dem Frank Rieger und fefe das Jahr 2013 Revue passieren lassen. Kollektives Facepalmen war also garantiert.

Am letzten Tag waren die Batterien ziemlich leer, so dass ich den Tag, nach dem Auschecken aus dem Hotel, eher geruhsam angegangen bin. Im Grunde habe ich den Tag verbummelt und schon einmal die bereits verfügbaren Vorträge der ersten 3 Tage herunter geladen.

Von den Vorträgen am 4. Tag habe ich nur 2 Stück gesehen:

  • Amtliche Datenschützer: Kontrolleure oder Papiertiger?: Peter Schaar referierte als Ex-Bundesdatenschützer über die Rolle der Datenschutzbeauftragten: Welche Durchsetzungsmöglichkeiten haben sie? Wie ist ihr Verhältnis zur Zivilgesellschaft? Welchen Einfluss können sie auf europäischer und internationaler Ebene ausüben?
  • Security Nightmares – Damit Sie auch morgen schlecht von Ihrem Computer träumen: Frank Rieger und Ron über Pannen, Pech und Pleiten der IT-Sicherheit im Jahr 2013. Gruselig.

Nach den Security Nightmares musste ich dann schon zum Zug, so dass ich weder das Abschlussevent noch die Abschlussparty nach dem Congress besuchen konnte.

Sonstiges

Einer der genialsten Hacks auf dem Congress – von dem die meisten Besucher erst bei der Abschlussveranstaltung erfahren haben – war ein Kunstprojekt einer Theatergruppe, die als fiktive Anwerber einer Sicherheits-Firma auf dem Congress waren. Diese sprachen knapp 500 Leute an, ob diese nicht Interesse an einer Anstellung hätten. Von diesen 500 Angesprochenen hatten sich nur 2 auf ein Hinterzimmergespräch eingelassen. Zwischenzeitlich musste die Congress-Orga kurzfristig die Sicherheits-Engel einweihen, damit diese die Schauspieler nicht aus dem Gebäude werfen. Einzelne der Teilnehmer hatten die fiktiven Anwerber nämlich bei den Engeln angeschwärzt. In Anbetracht der doch zweifelhaften Präsenz von Sicherheitsbehörden oder deren Dienstleistern auf ähnlichen Veranstaltungen in den USA oder beim Camp in Holland im Sommer 2012 ist dies sicher beachtenswert.

Es gab mit den ChaospatInnen ein Projekt, dass an Erstbesucher des Congresses gerichtet und sehr erfolgreich war. Eine der Initiatorinnen hat nach dem Congress auch ein persönliches Fazit gezogen.

Fazit

Der 30C3 war mein 2. Congress, den ich besucht habe. Wegen der schlechten Nachrichten, die im Jahr 2013 so über die Ticker liefen (NSA, GroKo, Netzneutralität, u.s.w.), hätte die Stimmung sicher sehr gedämpft sein können. Ich konnte aber eher das genaue Gegenteil beobachten. Der Wille, sich gegen die Dystopie des Überwachungsstaates zu wehren war spürbar.

Dazu kam, dass wir uns den Congress nicht kaputt machen lassen wollten. Der Chaos Communication Congress ist das Event des Jahres und der Congress 2014 war einem 30sten Jubiläum absolut würdig. Für mich zeigte sich auch, dass der Congress im Grunde für alle offen und zugänglich ist, auch wenn es immer wieder gegenteilige Stimmen gibt.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den 31C3. Mit der Gulasch Programmier-Nacht und den MRMCD (MetaRheinMain ChaosDays) gibt es aber dieses Jahr noch andere, sicher interessante Events.

Vorfreude auf den 30. Chaos Communication Congress

So, noch 7 Tage (für mich beginnt der Congress am 26.12.), dann startet der 30. Chaos Communication Congress in Hamburg. Meine Vorbereitungs-Checkliste ist inzwischen fast abgearbeitet.

  • Meine Transportbox geht per LKW nach Hamburg
    Meine Transportbox

    Da ist noch viel Platz für Aufkleber :)

  • Das Hotel-Zimmer ist längst gebucht – im Radisson, direkt neben dem CCH ;)
  • Das Ticket ist auch besorgt
  • Der neue Laptop ist aufgesetzt (Arch-Linux auf einer verschlüsselten Platte, an dieser Stelle ein Dank an Thomas Leister für die Anleitung)
  • Die ersten Vorträge sind auch aus geguckt
  • Die Telefonnummer beim POC reserviert
  • Der Bestand an adäquaten T-Shirts ist aufgestockt

Das beste ist: Ich bis dieses Jahr zusammen mit den Leuten vom CCCFFM dort, was das ganze sicher noch um Längen besser macht (20% cooler) als im letzten Jahr. Vor allem freue ich mich auf die gemeinsame Assembly von C3MA und dem CCCFFM und die Seidenstraße. Die Testläufe in unserem HQ haben jedenfalls schon einmal verdammt viel Spaß gemacht ;)

Ich freue mich auch auf die ganzen Leute aus der Diaspora-Community, ich will bei der C3S und den Freifunkern vorbei schauen, wieder etwas löten, einigen spannenden Vorträgen lauschen, die nächtliche Stimmung des Congresses in mich aufnehmen und viele neue Eindrücke gewinnen.

Ich kann es jedenfalls schon fast gar nicht mehr erwarten.

#Schlandnet – Ein SicherheitsTerror-Populistischer Irrweg

Am Montag begann ja die sogenannte 5. Jahreszeit. Passend dazu präsentierte die Deutsche Telekom (in Person ihres obersten Chefs René Obermann) im passenden Umfeld (dem Cyber Security Summit in Bonn) die Idee eines nationalen Internets, in dem alle Pakete schön sicher (und vor allem für die Telekom profitabel) geroutet werden.

Dieses Deutschland-Netz (#Schlandnet) wurde als DIE Lösung der NSA-Spähaffäre präsentiert. Erst auf den zweiten Blick entpuppt sich das ganze als eine völlig bekloppte und populistische Idee.

  1. Könnten die meisten Pakete in Deutschland problemlos über deutsche Netze laufen, wenn die Telekom als größter Provider sich am Frankfurter Internet-Knoten mit anderen Providern verbinden und dort den Internet-Verkehr austauschen würde. Dabei gilt das Prinzip: Ich nehme Deine Daten, wenn du meine nimmst.
    Dieses Verfahren, dass Peering genannt wird, sabotiert die Telekom seit Jahren und die Politik hat leider nicht den Mut, die Telekom zum freien Peering zu zwingen. So kann die Telekom in Deutschland die Bedingungen für den Austausch von Daten mit anderen Providern und Anbietern diktieren. (Am Rande: Wenn das Video auf Youtube trotz eures dicken Anschlusses ruckelt: Bedankt Euch bei der Telekom.)

  2. Selbst wenn die NSA nicht mehr direkt an den, dann re-nationalisierten Datenverkehr ran kommt, so kann dies immer noch der Bundesnachrichtendienst (BND). Sowohl die NSA als auch der britische GHCQ werden (wohl zu Recht) davon ausgehen, dass der BND für etwas Anerkennung wohl alles machen würde; so ähnlich, wie ein Drogenjunkie.

    Die ARD-Sendung FAKT hat das ganze sehr schön zusammengetragen:

    Wir tauschen somit im Schlandnet einen Dienst (NSA/GHCQ) gegen den anderen (BND). Ob das besser ist? Der BND hat im Prinzip mehr Möglichkeiten, uns das Leben zu versauen, als es NSA und GHCQ könnten. Von Inkompetenzbehörden, die dem Bundesamt für Verfassungsschutz (Stichwort: NSU) rede ich mal gar nicht.

  3. Fußt die Idee eines Schlandnets auf einem Denken, dass Michael Seemann als das alte “Die gegen Wir”-Denken bezeichnet hat:

    Es ist das gute alte “Die gegen Wir”-Denken des 20. Jahrhunderts, das “die” mit der Kollektividentität “feindlich gesinnte Nation” (klar, die Amis) identifiziert und gegen die eigene nationale Kollektividentität des “Wir” (Deutschland/Europa) setzt. “Wir” sind also bedroht (ausspioniert und schlimm grundrechtsverletzt) von “ihnen”, weswegen “wir” uns gegen “die” wehren/schützen müssen.

    Dabei geht es bei der Totalüberwachung nicht um “Wir” Deutsche/Europäer gegen “Die” Amis. Es geht um “Uns” Bürger (dieses Planeten) gegen “Die” Geheimdienste (dieses Planeten). Wir werden alle ausgespäht und Überwacht, und dabei ist es egal, welcher Dienst dies tut. Wir können davon ausgehen, dass die Geheimdienste munter ihre Daten und Erkenntnisse tauschen, wenn es ihnen opportun erscheint. Und weil Wissen Macht bedeutet, werden die Geheimdienste alles tun, was möglich ist, um dieses Wissen zu schaffen. Gleichzeitig werden Sie alles tun, was möglich ist, um die Öffentlichkeit im Nichtwissen zu lassen; denn Nichtwissen ist Machtlosigkeit, zumindest dann, wenn die Poltik dies zulässt.

  4. Die Stärke des Internets war immer seine Internationalität, seine Grenzenlosigkeit. Es ist möglich, die Seiten der NASA aufzurufen, und sich dort die neuesten Weltraumbilder herunter zu laden. Man kann im wahrsten Sinne des Wortes (fast) mit “Gott und der Welt” sprechen. Während bis in die 90er ein Telefonat mit Übersee einen noch Unsummen kosteten, sind die Kosten dafür im offenen Internet fast gegen Null gefallen (sieht man einmal von dem Preis für die Internet-Flatrate ab). Gedanken und Ideen laufen NonStop rund um dem Globus. Die Einführung eines Schlandnet (oder SchengenNets) würde diese Entwicklung zurück drehen. Statt des offenen Internets würden wir wieder regionale Netze bekommen und an den Übergängen würden keine Internet-Knoten, wie der DE-CIX mit einer Kapazität von 40 Terabit/s, sitzen sondern ein (Telekom-)Grenzwächter, der einem raubritterartig Wegzoll abknöpfen würde.

  5. Würde sich über ein Schlandnet am aller meisten dieser Herr freuen.

    Denn im Schlandnet wäre es für die Überwacher noch einfacher, ihre Arbeit zu machen. Es gäbe feste “Grenzübergänge” und es wäre klar wer von “drinnen” und wer von “draußen” kommt. Die Kommunikation “drinnen” würde mit der Vorratsdatenspeicherung aufgezeichnet und Überwacht. Dabei sind Vorratsdaten genau das, was im Rahmen der NSA-Affäre so verharmlosend “Metadaten” genannt wurde. Netzsperren, Deep-Packet-Inspection und Zwangsrouting würde wiederum dafür Sorge tragen, dass der Datenstrom ja nicht über “illegale” Grenzübergänge läuft und den Überwachern möglicherweise durch die Maschen schlüpft.

Bleibt als Fazit, dass es gegen die Massenüberwachung keine einfache Lösung und kein einfaches Mittel geben wird. Weder wird uns das Wegbleiben aus dem Netz schützen, noch das Einmauern unseres Netzes.

Der Ratschlag “Bleib doch draußen” geht nämlich noch immer von der irrigen Annahme aus, dass es noch einen abgeschotteten Cyberspace gibt. Spätestens mit dem Internet der Dinge wird das Netz vollständig mit dem Rest unserer Analogen Welt verschmelzen. Es gibt also kein “Draußen” mehr, nur noch verschiedene Abstufungen von “Drinnen”. Das Einmauern unseres Netzes dagegen wird uns all der vielfältigen Dinge berauben, die das Netz zu einem großartigen Ort gemacht haben. Zurück bleiben würde ein Kabelfernsehen 2.0 mit eingebautem, totalitären Überwachungskanal.

Dass wir in Deutschland auf 4 Jahre Große Koalition zusteuern, macht die Lage und die Aussichten auch nicht besser. Diese Koalition vereinigt wohl die größtmögliche Ansammlung an Sicherheitsterroristen, die man sich vorstellen kann. Die Vorratsdatenspeicherung, um nur ein Beispiel zu nennen, wird nun kommen und wo das Grundgesetz den Überwachern Hürden in den Weg legt, kann Schwarz/Rot diese wohl einfach bei Seite räumen. Selbst eine 2/3-Mehrheit im Bundesrat wird sich organisieren lassen und stellt keine unüberwindliche Hürde mehr dar.

Wenn also kein Widerstand aus der Öffentlichkeit kommt, werden wir in 4 Jahren ein anderes Land vorfinden. Ob dieser Widerstand aber entstehen wird? Das Wahlergebnis lässt mich daran zweifeln.

Falls dieser Widerstand aber entsteht, so muss er international, wenn nicht gar global sein. So wie der Widerstand gegen Atomwaffen und die Erkenntnis, dass es in einem Atomkrieg keinen Gewinner geben kann (neben wirtschaftlichen Gründen), letztlich zur atomaren Abrüstung geführt hat, so müssen die Geheimdienste weltweit abgerüstet werden. Vielleicht werden wir diesen Kampf erst gewinnen können, wenn sich eine globale Zivilgesellschaft heraus bildet. Das heißt nicht, dass wir eine Weltregierung haben müssen. Es reicht, wenn sich die Menschen zu der Erkenntnis durchringen können auf dem gleichen Planeten zu leben, die gleichen Rechte zu haben, die gleiche Luft zu atmen und am gleichen Datennetz teilzunehmen. Dann könnten wir gewinnen und das Werkzeug dazu kann das Internet sein, wenn wir es zurück fordern.

#Schlandnet ist also nicht die Antwort auf Geheimdienste, Überwachung und Kommerzialisierung.
Es ist die Kapitulation vor diesen.

In diesem Sinne: #schlandnet verrecke!

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